Aus Dolce Vita wordpress.com wird Dolce Vita wordpress.org

Mein wordpress.com Blog „Dolce Vita mit Typ 1“ ist ab sofort ein selbstgehosteter WordPress Blog

Die neue und alte Domain ist www.dolcevitamittyp1.de

Es war nun eine ganze Weile ruhig hier. Das lag daran, dass ich die „Schnapsidee“ hatte, meinen Blog zu einem selbstgehosteten WordPress Blog umzubauen. Ist ja ganz einfach, so liest und sieht man es jedenfalls immer im Web.

Gesagt getan. Die Domain hatte ich ja schon und ebenso den passenden Webspace.
Der Teufel steckt natürlich im Detail und so ist manches, zumindest für jemanden wie mich, der doch eher in der Mechanik als der Informationstechnologie ausgebildet ist, doch nicht so ganz ohne weitere Arbeit vonstatten gegangen. Na ja, zumindest habe ich dabei wieder einiges gelernt.

Ich würde mich freuen, wenn meine Abonnenten auch meinen „neuen“ Blog abonnieren würden.

Der Blog ist übrigens mitsamt allen bisherigen Inhalten umgezogen, dieser Blog hier bleibt aber der Vollständigkeit wegen bestehen, wird aber nicht weiter gepflegt.
Neue Posts werden nur unter der Domain www.dolcevitamittyp1.de erscheinen.

Demnächst geht es auch wieder los mit dem Bloggen und ich freue mich schon auf ein Wiederlesen im neuen Blog.

Ciao
Stefan

Antje trifft ins Schwarze

Zunächst ein Hinweis in eigener Sache : Meinen neuen Blog erreichst du hier www.dolcevitamittyp1.de
Alle bisherigen Themen von hier findest du dort auch wieder.

Wieder einmal. Zumindest bei mir. Schon ziemlich oft hat sie einen Blogpost geschrieben, bei dem ich während des Lesens das Gefühl hatte, dass ich ihn selbst geschrieben haben könnte. Zumindest inhaltlich. So auch bei ihrem Post unter folgendem Link :

Ja , ich darf alles essen aber ist es auch wirklich schlau ?

Die Flexibilität, die uns moderne Therapiemöglichkeiten heute im Vergleich zu früheren Generationen von Typ 1 Diabetikern geben, erscheinen uns als Segen. Sie sind aber zugleich auch ein Fluch.
Im Idealfall schaffen wir es mit unserer Therapie die Funktion unserer ausgefallenen Betazellen nachzuahmen und dieses Defizit auszugleichen.  D.h. wir können alles essen und trinken, was uns schmeckt und müssen uns nicht von „zuckerhaltigem“ fernhalten. Wir müssen uns nicht an festgelegte Mahlzeiten halten, wir können mehr essen aber auch Mahlzeiten ausfallen lassen.
So weit, so gut. Damit haben wir aber nichts anderes erreicht als das, was stoffwechselgesunde Mitmenschen von Natur aus haben. Das nimmt uns beim Thema Ernährung nicht aus dem Rennen. Die gleichen Probleme die Nichtdiabetiker durch eine nicht optimale oder schlechte Ernährung bekommen, die bekommen auch wir Typ1er.

Als Diabetiker hat man aber einen Vorteil. Denn wir sind schon aufgrund der Tatsache, dass wir die Insulindosis berechnen müssen, etwas tiefer in der Materie als der Durchschnittsbürger. Außerdem sehen wir was Nahrung mit unserem Blutzucker anstellt weil wir ihn mehrmals am Tag messen müssen und das Ganze wird nochmals deutlicher wenn man ein kontinuierliches Messgerät nutzt.

Täglich beobachte ich, was zucker- und stärkehaltige Lebensmittel in meinem Stoffwechsel auslösen können. Weiter unten in meinem Blog kann man nachlesen, welche Einflüsse eine kohlenhydratarme Ernährung auf unseren oder zumindest auf meinen Stoffwechsel hat und wie sich die Auswirkungen von denen einer kohlenhydratbetonten Ernährung unterscheiden.
Seit meinen Low Carb Versuchen bin ich davon überzeugt, dass unsere normale Nahrung bzw. das was uns die Fachgesellschaften wie die DGE bzw. die DDG als Ernährungsstil empfehlen nicht das optimale ist und für die meisten Menschen viel zu viele Kohlenhydrate enthält.

Low Carb : Frittata mit Speck, Paprika, Frühlingszwiebeln, Cocktailtomaten und Mozzarella
Low Carb : Frittata mit Speck, Paprika, Frühlingszwiebeln, Cocktailtomaten und Mozzarella

Ich sitze zum Beispiel mindestens 8-10 Stunden pro Tag am Schreibtisch, dazu noch gute 2 Stunden im Auto. Wenn ich mich dabei überwiegend mit Kohlenhydraten ernähre, dann führe ich meinem Körper einen Treibstoff zu, der viel zu schnell viel mehr Energie liefert als ich in der Situation verbrauchen kann. Um diese Energie aus dem Blut wieder loszuwerden spritze ich dann Insulin mit dem Ergebnis, dass sie in meinem Speckgürtel landet wo sie dann auch verbleibt weil bei der nächsten Mahlzeit meistens das Gleiche passiert. Das ist ungefähr genauso clever als würde ich die Heizung voll aufdrehen und dann das Fenster öffnen, damit es nicht zu warm wird.

Ich möchte damit aber gar nicht die Kohlenhydrate generell verteufeln. Dafür gibt es viel zu viele kohlenhydratlastige Gerichte bzw. Lebensmittel, die ich sehr gerne esse und auf die ich ungerne komplett verzichten würde. Es kommt halt darauf an in welcher Situation ich die Kohlenhydrate zu mir nehme. Wäre ich ein Briefträger, der den ganzen Tag auf Achse ist, sähe das schon wieder anders aus.
Schlau ist es also die Heizung nur soweit aufzudrehen, dass die Energiezufuhr eine ausreichende Wärme zu erzeugt. Und dazu bietet es sich eben an in Sachen Ernährung flexibel zu sein und zu wissen, was man von den verschiedenen Lebensmitteln erwarten kann.

Für mich ist es aber auch wichtig, dass das alles im Einklang mit einem gewissen Genuss steht. Essen ist ja nicht nur eine Pflichtübung weil man essen muss, sondern Essen ist für mich eine ganz entscheidende Sache wenn es um Lebensqualität geht. Ohne gutes Essen, dazu passende Getränke und auch den Spaß an der Zubereitung des Essens, also Kochen und Grillen etc., ja sogar das Einkaufen, würde mir in meinem Leben etwas sehr Wichtiges fehlen.
Die Schwierigkeit liegt darin beides unter einen Hut zu bringen, so dass sowohl der Vernunft als auch der Lebensqualität entsprechend Rechnung getragen wird.  Wie schwierig das ist, weiß ich aus eigener Erfahrung. Schon mein ganzes Leben lang gehöre ich zu den Menschen, die schon zunehmen, wenn sie über Schokolade sprechen – oder zumindest den Eindruck haben, dass es so ist. Das hat sich durch den Diabetes nicht geändert.

Was sich geändert hat ist meine Sichtweise. Mit den Erkenntnissen und Erfahrungen die ich seit meiner Erkrankung gesammelt habe, versuche ich der Problematik zu begegnen. Anfangs habe ich tatsächlich immer alles gegessen, weil ich es ja „wegspritzen“ konnte. Ich musste aber dann feststellen, dass die vielen vielen Kilos, die ich durch meine Stoffwechselentgleisung fast schlagartig verloren habe peu a peu wieder zurückkommen. Trotz deutlich gesteigerter sportlicher Aktivität.

Ich esse nach wie vor alles. Aber eben anders als zuvor. Ich versuche mehr Priorität auf die Qualität statt auf die Quantität zu legen. D.h. ich esse langsamer (ok, ich versuche langsamer zu essen😉 ), ich genieße bewusster und ich versuche mein Gefühl  für das wirkliche „satt sein“ wiederzufinden.

Eine entscheidende Änderung aber betrifft die bereits erwähnte Erfahrung mit den Kohlenhydraten. Ich versuche Kohlenhydrate einzuschränken oder sogar ganz zu vermeiden, weil ich festgestellt habe, dass dabei einerseits mein Blutzuckermanagement wesentlich einfacher und fehlertoleranter ist und andererseits mein Gewichtsmanagement deutlich leichter ist. Das bedeutet, je weniger Kohlenhydrate desto weniger Insulin brauche ich und Insulin, dass nicht verabreicht wurde sorgt eben auch nicht dafür, dass überschüssige Nahrungsenergie in den Speckgürtel eingelagert wird und von dort nur noch mühsam wieder entfernt werden kann.

Ich verzichte aber nicht komplett auf Kohlenhydrate.  Wenn ich Lust auf Pasta habe oder ein leckeres Brötchen, dann gönne ich mir das. Aber eben bewusst und nicht mehr so oft. Umso größer ist dann der Genuss und die Freude. Ich weiß wofür ich es tue und das ist meine Motivation.

Für mich ist das ein guter Kompromiss der beide Seiten entsprechend berücksichtigt. Und glaubt jetzt nicht, dass der Genuss vollkommen auf der Strecke bleibt, wenn man mal keine Kohlenhydratehaltigen Lebensmittel zu sich nimmt. Mir fällt da genug ein, was ich auch ohne Brot, Kartoffeln, Reis oder Nudeln gerne esse.

Was ich damit sagen will, man kann vieles verbessern oder optimieren ohne gleich in der Ausschließlichkeit zu enden.

In diesem Sinne Bon Appetit.
Stefan

 

Rezept für die Frittata :
Für 4 Personen braucht man
– 8 Eier
– 200ml Sahne
– 150g Rauchfleisch (Bauchspeck oder so etwas)
– 1 Bund Frühlingszwiebeln
– 1 handvoll Cocktailtomaten
– 2 Paprikaschoten (rot und grün für die Optik)
– 1 Kugel Mozzarella
– 1 Bund Petersilie
– 1 Bund Schnittlauch
– etwas geriebenen Käse
– Salz, schwarzer Pfeffer und evtl. ein paar Chilliflocken

Zubereitung :
Die Eier mit der Sahne und der gehackten Petersilie verquirlen. Etwas Salz, Pfeffer und evtl. ein paar Chilliflocken zugeben, aber Vorsicht, je nachdem wie salzig der Speck ist kann es schnell zu viel werden. Dann in einer großen, ofenfesten Pfanne den Speck, die kleingeschnittenen Frühlingszwiebeln und die kleingeschnittenen Paprikaschoten andünsten. Die Eimasse darüber gießen, die halbierten Cocktailtomaten und den gewürfelten Mozzarella darüber verteilen. Das Ganze bei schwacher Hitze noch einen Augenblick stocken lassen und dann für 20 Minuten in den auf 180 Grad Celsius vorgeheizten Backofen geben. Kurz vor Schluss nach Wunsch noch etwas geriebenen Käse darüber geben. Servieren in Form eines Tortenstückes mit darüber gestreuten Schnittlauchröllchen und grob gemörsertem schwarzem Pfeffer garnieren.

Wie man auch ohne Pumpe einen verzögerten Bolus spritzen kann

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Antje vom Blog Süss, happy und fit hat kürzlich einen Blogpost veröffentlicht, den ich sehr interessant finde, gerade weil auch ich zur gleichen Zeit mit einem ähnlichen Thema experimentiert habe.

Es geht um Methoden und Strategien, den Blutzuckerverlauf nach dem Essen günstig zu beeinflussen, insbesondere dann, wenn mit den einfachen Methoden keine befriedigenden Ergebnisse erzielt werden.

Bei meinem Thema ging es darum postprandiale Blutzuckerspitzen durch schnellwirksame Kohlenhydrate zu reduzieren.

Antjes Post befasst sich mehr mit der Schwierigkeit langsam wirkende Nährstoffe blutzuckermäßig im Zaum zu halten. Während man das mit einer Insulinumpe sehr einfach lösen kann, ist das etwas komplizierter, wenn man mit einem Pen insuliniert.

Ihre Strategie finde ich so interessant, dass ich mir erlaube ihren Post hier zu rebloggen.

Einigen mag das vielleicht alles zu kompliziert und aufwendig erscheinen. Ich möchte trotzdem anregen, sich an solche Dinge einfach mal langsam heran zu trauen, wenn man mit den Blutzuckerverläufen in ähnlichen Situationen nicht zufrieden ist. Man muss das ja nicht stets und ständig tun, aber wenn man die eine oder andere Situation damit besser meistert, hat auch das positive Einflüsse auf die Gesamtsituation. Und Übung macht auf jeden Fall den Meister.

Süß, happy und fit

Insulinpumpenträger wissen ihn meist sehr zu schätzen: den verzögerten oder gesplitteten Bolus, mit dem sie Mahlzeiten abdecken können, deren Kohlenhydrate zum Teil erst etwas später im Blut ankommen und den Glukosespiegel beeinflussen. Man kann einen verzögerten oder gesplitteten Bolus aber durchaus auch mit ganz normalen Insulinpens simulieren.

Eines vorweg: Ich weiß um die vielen Vorteile, die eine Pumpentherapie im Alltag haben kann. Von wegen besseres Feintuning, mehr Flexibilität mit verschiedenen Basalraten, diskrete Bolusgabe in der Öffentlichkeit etc. Mich persönlich reizt eine Insulinpumpe derzeit trotzdem nicht. Ich habe mich mit meinem Freestyle Libre Sensor angefreundet und empfinde ihn nicht als störend, doch ein weiteres (und doch noch um einiges größeres) Gerät am Körper zu tragen, schreckt mich bislang doch sehr ab. Ich bin zufrieden, wenn ich nach dem Insulinspritzen meine Pens in meinem Täschchen verstauen kann und meinen Körper danach wieder für mich habe – ohne dass ich an einen Katheter…

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Noch ein Geburtstag – 1 Jahr mit dem Dexcom G4

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Momentan jagt ein Jahrestag den nächsten. Meinen Pumpenjahrestag hab ich da schon ganz außen vor gelassen.
Dieser Tage trage ich meinen Dexcom G4 schon seit einem Jahr. Grund genug mal ein paar Worte darüber zu verlieren. Man nimmt es manchmal schon als selbstverständlich hin, dass man mit so tollen Dingen wie Insulinpumpen, FGM und CGM Geräten ausgestattet ist. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass ich von solchen Hilfsmitteln nur geträumt habe.

Dass ich einmal eine Insulinpumpe tragen würde, war gar nicht so unwahrscheinlich, wenn auch der Genehmigung ein gewisser Aufwand vorausgegangen ist. Beim CGM war das anders, schließlich war eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse nicht zu erwarten und die Kosten sind für einen Selbstzahler eine ganz schöne Hausnummer.

Soll man es nun glückliche Fügung nennen ? Wohl eher nicht. Ich nenne es logische Konsequenz.
Ich hatte im Frühjahr und Sommer 2014 zwei heftige Hypos, die mich komplett überrascht und per Notarztwagen ins Krankenhaus befördert haben. Beide Vorfälle ereigneten sich aber glücklicherweise in Situationen, in denen man schon mal umfallen kann ohne dass man allzu großen Schaden anrichtet, wenn ich es mal so salopp formulieren darf. Es hätte ja auch beim Autofahren passieren können.
Also war die Entscheidung in der Familie schnell getroffen und ein CGM System als wertvoll erachtet worden. Andere Menschen geben ihr Geld für Zigaretten oder fette Alufelgen aus, ich gebe es lieber für ein sinnvolles Hilfsmittel aus.

Nachdem in den Beschaffungsprozess des Dexcom dann noch das Freestyle Libre in Form einer Vorabtestmöglichkeit platzte, sich aber nach etlichen Wochen mit dem Libre herausstellte, dass ich eine Allergie dagegen entwickelt habe, konnte ich Mitte Februar 2015 mein Dexcom in Empfang genommen.

Dexcom
Seit dem sind mein Dexcom und ich ziemlich beste Freunde und mein ziemlich bester Freund hat mich schon in einigen Situationen vor Unannehmlichkeiten bewahrt.
Er hat auch dafür gesorgt, dass ich Einblicke in meine Therapie bekommen habe, die ich ohne CGM nicht in dieser Form bekommen hätte.

Zum Beispiel :
Nur mal so zum Vergleich
Bolus ist nicht gleich Bolus
Bolus ist nicht gleich Bolus (2)
Bolus ist nicht gleich Bolus (3)

Hier mal ein paar Zahlen :
Anzahl der Sensoren in 359 Tagen = 19
Durchschnittliche Tragedauer = 19 Tage
kürzeste Tragedauer = 11 Tage
längste Tragedauer = 28 Tage
Akkulaufzeit des Empfängers ca. 3-5 Tage (je nach Nutzung)
Die Senderbatterie des ersten Senders ist immer noch ok.
Tragestellen waren :
1x am Bauch (wie von Dexcom empfohlen)
6x am hinteren Oberarm
12x an der Taille seitlich hinten (also am Rettungsring auf 4 bzw. 8 Uhr)

Am Bauch war der Sensor beim Rudern eher hinderlich, zumindest wenn man wie ich etwas Schwungmasse hat😉
Am hinteren Oberarm war es auch ok, hier ist aber das Kinesiotape, das ich zur zusätzlichen Sicherung des Sensors aufklebe, deutlich schneller am Ende gewesen, als an meiner Lieblingssetzstelle an der Taille.

Etwas störend empfinde ich die Tatsache, dass der Sender nicht besonders mit einem Wasserbett harmoniert. D.h., wenn ich in unserem Wasserbett auf dem Sensor liege, ist die Dämpfung des Sendesignals zu hoch, als dass der 50cm entfernt liegende Empfänger noch zuverlässig ein Signal empfangen würde.
Böse Menschen behaupten, dass meine Dämpfung zu hoch wäre, aber das kann ja gar nicht sein😉
Auf jeden Fall wird meine Schlafhaltung im Wasserbett von der Setzstelle meines Dexcom Sensors beeinflusst, wenn ich vermeiden möchte, dass ich des Nachts wegen eines Verbindungsalarms aus dem Schlaf gerissen werde.

Schade finde ich, dass im Falle einer unterbrochenen Verbindung die Daten, die in dieser Zeit anfallen, verloren sind. Das passiert mir auch gelegentlich, wenn ich in den Keller laufe und den Empfänger oben liegen lasse in der Erwartung sofort zurück zu kommen. Manchmal lasse ich mich aber von diversem Hobbyequipment im Keller ablenken und meine Dolce Vita Mädels tragen mir dann den Empfänger hinterher, weil er anfängt zu quaken.
Das Freestyle Libre hat für diese Daten einen Pufferspeicher von 8h, so dass sie beim erneuten Auslesen übertragen werden.

Mit den Informationen, die aus den ganzen „Blutzuckerwerten“ hervorgehen, muss man erst mal umgehen lernen. Vor allem sollte man sich nicht verrückt machen lassen, wenn Werte mal anders verlaufen als erwartet. Was ich meine ist, dass man sich nicht zu früh zu Korrekturen hinreißen lassen sollte. Im Laufe der Zeit entwickelt man aber schon ein Händchen dafür, wann tatsächlich mal früher korrigiert werden kann.
Man entwickelt mit der Zeit sozusagen eine besondere Mischung aus Analytik und Intuition in Bezug auf sein Blutzuckermanagement.

Alles in allem ist so ein CGMS eine tolle Geschichte, auf die ich nur sehr ungern wieder verzichten würde und von der ich hoffe, dass sie für viel mehr Diabetiker zugänglich wird. Auch für diejenigen, die nicht in der glücklichen Lage sind, es selbst bezahlen zu können.
Ein erster Ansatz ist mit dem Libre gemacht worden. Das Thema Kostenübernahme durch die Kassen dümpelt indes nach wie vor einfach so dahin und harrt einer endgültigen Entscheidung.
Etwas kritisch sehe ich auch die Entwicklung bei Dexcom. Lobenswert dass das G5 auch mit einem Smartphone kommuniziert. Dass dafür aber alle 3 Monate ein neuer Sender fällig ist, der noch nicht mal länger laufen kann, selbst wenn die Batterie es hergeben würde, ist aus meiner Sicht ein Schritt in die absolut falsche Richtung.
Welcher Selbstzahler soll denn das noch bezahlen können, wenn die Sender nun ebenso viel kosten wie die Sensoren, die ja schon nicht unbedingt preiswert sind? Durch die Mehrkosten wird die Bereitschaft der Kassen zur Kostenübernahme sicher auch nicht gesteigert.

Sind wir heute nicht weiter mit der Technik, dass man die Batterien in den Sendern tauschen könnte? Wie bei praktisch jeder Armbanduhr. Bei jedem Tchibowecker geht das, Leute. Verkauft uns doch nicht so was. Vor allem verkauft uns nicht für dumm. Setzt nicht darauf, dass der Leidensdruck schon groß genug sein wird um ausreichend Bedarf zu erzeugen. Beeindruckt uns lieber mit cleveren Systemen.
Dazu kommt, dass die Systemintegration von CGMS und Insulinpumpen sich eher rückwärts entwickelt. War das Dexcom G4 bisher immerhin mit der Animas Vibe kompatibel, so hat sich das beim G5 erledigt. Momentan sehe ich ein integriertes System nur bei Medtronic.

Ich glaube hier sind wir noch weit entfernt von einer optimalen Lösung und momentan habe ich meine Zweifel ob überhaupt jemand außer uns Diabetikern ein Interesse daran hat, dass es diese optimale Lösung jemals geben wird.

Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Bis dann
Stefan

Kleiner Nachtrag am 24.3.2016 :
Der erste Sender hat am 21.3.2016, 2 Tage nach der ersten Warnmeldung vor geringer Batteriespannung, das zeitliche gesegnet, oder besser gesagt, die Batterie war leer. Das heißt ziemlich exakt 13 Monate Laufzeit. Im Grunde genommen erfreulich, dass er doppelt so lange gehalten hat, wie von Dexcom garantiert. Aber dennoch schmerzhaft, 399 Euronen für einen neuen Sender zu berappen weil die Batterien leer waren.

Hat die D-Zicke das eigentlich verdient ?

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Meine D-Zicke hat Geburtstag, Diaversary wie wir es gerne nennen. Ein Geburtstagsgeschenk gibt es natürlich auch. Obwohl die Zicke es eigentlich gar nicht verdient hat. Bedingung ist aber, dass ich das Geschenk auch nutzen darf.

Gestern hab ich es in der Blood Sugar Lounge gefunden :
Diabuchtipp – Dolce Vita mit Diabetes

An dem Titel konnte ich nicht vorbei. Wer sein Buch so nennt, hat es verdient von mir gelesen zu werden.
Da ich ein Mensch bin, der manchmal sehr spontan Entscheidungen trifft, liegt das gute Buch nun bereits auf meiner Couch, gemeinsam mit mir, und wartet darauf geschmökert zu werden.

Dolce
Süßer Lesestoff

Kein gewöhnliches Buch über Diabetes. Es ist ein Buch über das Züricher Ressourcen Modell – ZRM. Eine Selbstmanagement Methode, die auf leicht erlernbare Weise helfen soll, Dinge, die bisher schwer zu handhaben waren, in den Griff zu bekommen. Hat erst einmal nix mit Diabetes zu tun, wird in diesem Buch aber auf Diabetes angewendet.

Da bin ich doch mal sehr gespannt. Zu gegebener Zeit werde ich dann berichten wie mir das Buch gefallen hat.

 

Bolus ist nicht gleich Bolus (3)

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Heute gibt’s noch eine kleine Ergänzung meiner Vergleichsreihe.

In den letzten beiden Posts „Bolus ist nicht gleich Bolus“ und „Bolus ist nicht gleich Bolus (2)“ habe ich gezeigt, dass eine Kombination aus Spritz-Ess-Abstand und gesplittetem Bolus unter Umständen einen günstigen Einfluss auf den Blutzuckerverlauf haben kann. Das ist zwar keine neue Erkenntnis, meine eigenen Versuche diesbezüglich waren aber bisher nicht von besonderem Erfolg gekrönt, weil ich entweder nur einen SEA oder nur einen gesplitteten Bolus angewendet habe. Da mein Blutzucker aber nach Einnahme von Kohlenhydraten immer abgeht „wie Schmitz Katze“ und deutlich höher schießt und auch deutlich länger zu hoch bleibt als allgemein empfohlen wird, war ich auf der Suche nach einer adäquaten Lösung.

Dabei hat sich aber auch gezeigt, dass man den Bogen sehr schnell überspannen kann. Man begibt sich damit ganz schnell auf äußerst dünnes Eis wenn ein paar ungünstige Umstände aufeinander treffen. Damit der SEA den späteren BZ Verlauf in der Höhe einbremst, muss er lang genug sein. Je nach Ausgangshöhe des BZ zum Spritzzeitpunkt und je nach aktuellem BZ Trend kann es dann leicht passieren, dass der Blutzucker abstürzt, bevor die Mahlzeit anfängt zu wirken. Sehen kann man das sehr deutlich in der zweiten Abbildung weiter unten (orangefarbene Kurve).

Um genau das zu verhindern, habe ich ganz einfach mal einen kleinen Teil (hier etwa 1/5) meiner Mahlzeit zum Spritzzeitpunkt eingenommen und den Hauptanteil dann nach Ablauf des SEA.
Ich weiß, dass das nicht immer so einfach zu praktizieren ist. Aber es sollte ja auch erst einmal nur ein Versuch sein. Am Ende wäre es aber auch vorstellbar, dass man statt eine kleinen Teils der Mahlzeit auch etwas Traubenzucker oder ein paar Gummibärchen oder was auch immer einnimmt.

Bei den folgenden Abbildungen ist ein Quadrat wieder 50mg/dl auf der vertikalen und 1 Stunde auf der horizontalen Achse. Der grüne Bereich kennzeichnet meinen Zielbereich von 80-130mg/dl.

NeuMi20grün-Do21türkis

Grün : 45min SEA, 3fach geteilter Bolus
Blau : 45min SEA, 3fach geteilter Bolus, 1/5 der BE zum Spritzzeitpunkt eingenommen.

An der blauen Kurve kann man sehr schön sehen, dass bereits eine kleine Menge Kohlenhydrate zum Spritzzeitpunkt einen Sicherheitspuffer schafft ohne den späteren Verlauf der Blutzuckerkurve wesentlich zu verschlechtern. Ich glaube ich hätte die KH Menge zum Start ganz sicher noch verringern können, ohne Gefahr zu laufen dass die Pufferwirkung zu gering ist.
Die positive Wirkung der „Puffer KH“ zum Spritzzeitpunkt kann man nochmal sehr schön in der folgenden Abbildung sehen, wo die mögliche kritische Wirkung der „Split-SEA-Strategie“ nochmal mit dargestellt ist.

NeuDi19orange-Mi20grün-Do21türkis

Orange : 45min SEA, 3fach geteilter Bolus
Grün : 45min SEA, 3fach geteilter Bolus
Blau : 45min SEA, 3fach geteilter Bolus, 1/5 der BE zum Spritzzeitpunkt eingenommen

Die orangene und die grüne Kurve sind durch die gleiche Spritzstrategie entstanden, bei offensichtlich unterschiedlicher Ausgangslage. Mit der „blauen“ Strategie hat man einen Sicherheitspuffer eingebaut.

Zum Schluss noch der Vergleich der beiden Extreme. Meinen Bolusfaktor zum Mittag habe ich übrigens inzwischen angepasst, damit es am Nachmittag nicht so tief runter geht.
Auffällig die recht lange Wirkdauer meines Apidra. Die Basalrate ist natürlich ausgetestet und korrekt.

NeuRotDo14-gelbDo21
Rot : kein SEA, ungeteilter Bolus
Gelb : 45min SEA, 3fach geteilter Bolus, 1/5 der BE zum Spritzzeitpunkt eingenommen

Zur Sicherheit betone ich nochmal, dass alles in diesem Post dargestellte auf meinen persönlichen Erfahrungen beruht und nicht zwangsläufig Allgemeingültigkeit hat. Bevor ihr so etwas ausprobieren möchtet, solltet ihr das im optimalen Falle einmal mit eurem Diabetologen besprechen, damit der Schuss nicht nach hinten losgeht.